Meditiervater

Beim Aufräumen habe ich dieses Bild wiedergefunden, ein tolles Vatertaggeschenk meiner Tochter.

Meine neue Rolle als Yogalehrer und Achtsamkeitstrainer war für mich ganz neu und ungewohnt. Für meine Kinder was es aber schon völlig normal.

Meine Tochter ging mal ans Telefon:

– „Wo ist dein Papa?“
– „O, den darfst du jetzt nicht stören, der sitzt auf seinem Kissen und meditiert.“

Früher habe ich gearbeitet. Jetzt sitze ich auf meinem Kissen und übe oder unterrichte. Wunderbar. Ich bin stolz darauf, ein Meditiervater zu sein!

Die lebenswichtige Kunst der Entspannung

Wir haben die Fähigkeit verlernt, uns richtig zu entspannen. Das schrieb Vishnu-Devananda, ein großer Yogameister, vor fast sechzig Jahre.

Anscheinend haben wir das inzwischen noch nicht nachgeholt. Stress ist mittlerweile Volkskrankheit Nummer eins, und daher sind die Anregungen von diesem Yogameister noch immer hochaktuell. Am Wichtigsten ist: werde dir wieder bewusst über Anspannung im Körper und Geist. 

Er schreibt (etwas eingekürzt) folgendes über Stress und Entspannung:

stress_Treppe„Ein großer Teil der vom Körper produzierten Energie wird sinnlos vergeudet. Allein schon durch völlig unnötige Muskelanspannungen geht eine enorme Menge an Energie verloren… und deswegen sollte man, um körperliche und geistige Übungen richtig zu lernen, erst mal üben, sich zu beobachten, sich der Muskelspannungen bewusst zu sein und diese, wenn sie unnötig sind, vermeiden. Alle Yoga-Übungen basieren sich auf diesem Grundsatz.

Es gibt zwei Arten von Anspannung: körperliche und geistige. So spannen manche Leute sogar, wenn sie sitzen oder schreiben, völlig unnötig Schulter-, Arm-, Bein und Bauchmuskeln an. Das kostet Energie.

Schlimmer ist es mit unnötige geistig-emotionaler Anspannung. Unkontrollierte Emotionen können sehr schnell die im Körper vorhandene Energie aufbrauchen. Einige Minuten Ärger können mehr Energie kosten als ein ganzer Tag körperlicher Arbeit.

Richtige Entspannung verbraucht dahingegen fast keine Energie. Aber, nur wenige Erwachsene besitzen noch die Fähigkeit sich wirklich zu entspannen.

Genauso wie wir die Muskeln durch einen – bewussten oder unbewussten – Befehl zur Anspannung veranlassen, können wir die müden Muskeln auch durch einen Befehl entspannen. Dieser Entspannungsbefehl ist als Suggestion oder Autosuggestion bekannt. Er wird durch das Unterbewusstsein ausgeführt und sorgt so für Muskelentspannung.

Andauernde geistige Spannung infolge meist unnötiger Sorgen und Angst kostet mehr Energie als körperliche Spannung. Verfällt man in geistige Spannung, sollte man sich bewusst auf den Atem konzentrieren und ein paar Minuten lang langsam und rhythmisch atmen. Dadurch lässt sich geistige Spannung abbauen und man wird ruhiger.“

nach Swami Vishnu-Devananda,
Das Grosse illustrierte Yoga-Buch

Bild Treppe (angepasst):
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Lagerfeuer Yoga & Meditation

Mein Highlight in der letzten Woche war am Freitagabend. Da habe ich für das erste Mal den Workshop Yoga und Meditation am Lagerfeuer begleitet.

Um acht Uhr abends, als die zehn Teilnehmer ihre Plätze ums Feuer aussuchten, war es noch sehr windig. Nach einer kurze Ankommensmeditation flatterten die Haare dann auch tüchtig herum während der Yogastunde. Mit Einbruch der Dämmerung ließ der Wind langsam nach… ganz langsam. Das Feuer wurde mehr und mehr zum Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit.

DSCN5299Tief in die Flammen hineinschauen verbrennt flüchtige Gedanken und Grübeleien, und wenn zusätzlich immer mehr Sternen funkeln, kommt allmählich die Ruhe. Und… was für ein wunderschönes Geschenk: in dem Moment, dass wir uns setzten für die längere Abschlussmeditation war der Wind auf einmal völlig weg. Stille, sowohl draußen als auch im Inneren.

Am Freitagabend 22. September gibt es – beim schönem Wetter – wieder die Möglichkeit um am Lagerfeuer Yoga und Meditation zu üben, das letzte Mal in dieser Saison.