Die lebenswichtige Kunst der Entspannung

Wir haben die Fähigkeit verlernt, uns richtig zu entspannen. Das schrieb Vishnu-Devananda, ein großer Yogameister, vor fast sechzig Jahre.

Anscheinend haben wir das inzwischen noch nicht nachgeholt. Stress ist mittlerweile Volkskrankheit Nummer eins, und daher sind die Anregungen von diesem Yogameister noch immer hochaktuell. Am Wichtigsten ist: werde dir wieder bewusst über Anspannung im Körper und Geist. 

Er schreibt (etwas eingekürzt) folgendes über Stress und Entspannung:

stress_Treppe„Ein großer Teil der vom Körper produzierten Energie wird sinnlos vergeudet. Allein schon durch völlig unnötige Muskelanspannungen geht eine enorme Menge an Energie verloren… und deswegen sollte man, um körperliche und geistige Übungen richtig zu lernen, erst mal üben, sich zu beobachten, sich der Muskelspannungen bewusst zu sein und diese, wenn sie unnötig sind, vermeiden. Alle Yoga-Übungen basieren sich auf diesem Grundsatz.

Es gibt zwei Arten von Anspannung: körperliche und geistige. So spannen manche Leute sogar, wenn sie sitzen oder schreiben, völlig unnötig Schulter-, Arm-, Bein und Bauchmuskeln an. Das kostet Energie.

Schlimmer ist es mit unnötige geistig-emotionaler Anspannung. Unkontrollierte Emotionen können sehr schnell die im Körper vorhandene Energie aufbrauchen. Einige Minuten Ärger können mehr Energie kosten als ein ganzer Tag körperlicher Arbeit.

Richtige Entspannung verbraucht dahingegen fast keine Energie. Aber, nur wenige Erwachsene besitzen noch die Fähigkeit sich wirklich zu entspannen.

Genauso wie wir die Muskeln durch einen – bewussten oder unbewussten – Befehl zur Anspannung veranlassen, können wir die müden Muskeln auch durch einen Befehl entspannen. Dieser Entspannungsbefehl ist als Suggestion oder Autosuggestion bekannt. Er wird durch das Unterbewusstsein ausgeführt und sorgt so für Muskelentspannung.

Andauernde geistige Spannung infolge meist unnötiger Sorgen und Angst kostet mehr Energie als körperliche Spannung. Verfällt man in geistige Spannung, sollte man sich bewusst auf den Atem konzentrieren und ein paar Minuten lang langsam und rhythmisch atmen. Dadurch lässt sich geistige Spannung abbauen und man wird ruhiger.“

nach Swami Vishnu-Devananda,
Das Grosse illustrierte Yoga-Buch

Bild Treppe (angepasst):
aaayyymm eeelectriik

Ein Gedanke zu “Die lebenswichtige Kunst der Entspannung

  1. Wahre Worte. Der „normale“ Mensch ist es kaum noch gewohnt sich Zeit zu nehmen um zur Ruhe zu kommen, inne zu halten und einfach mal durchzuatmen. Hoffentlich braucht die Menschheit und Gesellschaft nicht nochmal 60 Jahre um etwas zu ändern :-)

    Liebe Grüße
    Laura

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